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Manual for Zend Framework 1.0.3
Inhaltsverzeichnis
- 7.1. Zend_Controller Schnellstart
- 7.2. Zend_Controller Grundlagen
- 7.3. Der Front Controller
- 7.4. Das Request Objekt
- 7.5. Der Standard Router: Zend_Controller_Router_Rewrite
- 7.6. Der Dispatcher
- 7.7. Action Kontroller
- 7.8. Action Helfer
- 7.9. Das Response Objekt
- 7.10. Plugins
- 7.11. Eine konventionelle modulare Verzeichnis Struktur verwenden
- 7.12. MVC Ausnahmen
- 7.13. Migration von vorhergehenden Versionen
Zend_Controller ist das Herz des MVC-Systems des Zend Framework.
MVC bedeutet Model-View-Controller
und ist ein Entwurfsmuster, das darauf abzielt, Anwendungslogik von Anzeigelogik zu trennen.
Zend_Controller_Front implementiert ein Front-Controller-Entwurfsmuster,
das vorschreibt, dass alle Anfragen vom Front-Controller abgefangen und abhängig von der angeforderten URL
an individuelle Action-Controller weitergeleitet werden.
Das Zend_Controller System wurde im Sinne der Erweiterungsmöglichkeiten
entwickelt, entweder durch Erstellen von Subklassen, welche die bestehenden Klassen
erweitern, oder durch Erstellen neuer Klassen, welche die verschiedenen Interfaces
und abstrakten Klassen implementieren, welche das Fundament der Controller
Klassenfamilie bilden, oder durch das Schreiben von Plugins und Action Helper, um die
Funktionalität des Systems zu erweitern oder zu verändern.
Wer mehr und tiefergehende Informationen benötigt, sollte die folgenden Abschnitte lesen. Dieser Abschnitt zeigt, wie man auf dem schnellsten Weg ein System lauffähig bekommt.
Der erste Schritt ist, die Ordnerstruktur für das Framework anzulegen. Typischerweise ist das die folgende:
application/
controllers/
IndexController.php
models/
views/
scripts/
index/
index.phtml
helpers/
filters/
html/
.htaccess
index.php
Der Webserver ist so zu konfigurieren, dass das Wurzelverzeichnis (Document Root) des Webservers
im html-Verzeichnis der obigen Ordnerstruktur liegt.
In die Datei html/.htaccess aus der Struktur von oben gehört der folgende Code:
RewriteEngine on
RewriteRule !\.(js|ico|gif|jpg|png|css)$ index.php
Die obige Rewrite-Regel routet alle Anfragen, die nicht nach Ressourcen (also Bilder, Stylesheets und Javascript-Dateien) fragen, zum Front-Controller. Wenn es noch andere Dateitypen gibt, für die der Front Controller nicht aufgerufen werden soll, müssen deren Dateiendungen lediglich in die obige Regel eingefügt werden - oder man schreibt sich seine eigenen Rewrite-Regeln.
![]() |
Anmerkung |
|---|---|
Die Rewrite-Regel oben ist für den Apache-Webserver; Beispiele für andere Webserver finden sich in der Router-Dokumentation. |
Die Bootstrap-Datei ist die Datei, durch die alle Anfragen geleitet werden
-- html/index.php in unserem Fall. In die Datei
html/index.php gehört der folgende Code:
<?php
require_once 'Zend/Controller/Front.php';
Zend_Controller_Front::run('/path/to/app/controllers');
Das instanziert den Front-Controller und führt seine dispatch()-Methode aus,
die die Anfragen an die Action-Controller weitergibt.
Bevor wir von Action-Controllern reden, sollte erst verstanden werden, wie Anfragen im Zend Framework
behandelt werden. Standardmäßig zeigt das erste Segment eines URL auf einen Controller und
das zweite Segment auf eine Aktion, die dieser Controller ausführen soll.
Als Beispiel sei der URL http://framework.zend.com/roadmap/components gegeben.
Der Pfad ist /roadmap/components, was die Anfrage zum Controller roadmap
und dort in die Aktion components leitet. Wenn keine Aktion angegeben wird, wird
index als Standard-Aktion angenommen, und wenn kein Controller angegeben wird,
wird auch index als Standard-Controller angenommen. (Das folgt der Apache-Konvention,
die einen DirectoryIndex automatisch findet).
Der Dispatcher von Zend_Controller nimmt dann den Wert, der als Controller angegeben
ist, und schließt daraus auf eine passende Klasse. In der normalen Einstellung des Dispatchers
wird der erste Buchstabe jedes Wortes im Controller-Namen groß geschrieben (Title-case), und dann
das Wort Controller angehängt. Das bedeutet für unser Beispiel, dass die Anfrage nach
dem Controller roadmap an die Klasse RoadmapController weitergeleitet wird.
Auf ähnliche Art wird die Methode für die Aktion bestimmt, die der Controller ausführen soll.
In der Grundeinstellung wird die angefragte Aktion komplett kleingeschrieben und das Wort
Action wird angehängt. In unserem Beispiel wird also die Aktion components
zu componentsAction, insgesamt wird also die Methode
RoadmapController::componentsAction() aufgerufen.
Also, weiter gehts. Jetzt wird ein Startseiten-Controller und eine dazugehörige
Standard-Aktionsmethode erstellt. Wie vorhin bereits erwähnt, heißen Standard-Controller und -Aktion
beide index. Also gehört in die Datei
application/controllers/IndexController.php folgendes:
<?php
/** Zend_Controller_Action */
require_once 'Zend/Controller/Action.php';
class IndexController extends Zend_Controller_Action
{
public function indexAction()
{
}
}
Normalerweise ist ein Action-Helper namens ViewRenderer
eingeschaltet. Das bedeutet, dass sofort, wenn eine leere Aktionsmethode und ein passendes View-Script
existieren, Inhalte gerendert werden. Standardmäßig wird die Klasse
Zend_View als View-Schicht im Zend-Framework MVC verwendet. Der ViewRenderer
zaubert ein wenig, und benutzt Controller- (hier: index) und Aktionsname
(hier: index), um herauszufinden, welches Template er rendern soll.
Ohne dass man dies ändert, haben Templates die Dateiendung .phtml, das heißt also für
unser Beispiel, dasss das Template index/index.phtml gerendert wird.
Zusätzlich nimmt der ViewRenderer automatisch an, dass das Verzeichnis
views auf der selben Ebene wie das controllers-Verzeichnis
das View-Basisverzeichnis ist, und dass die eigentlichen View-Scripts in dessen Unterverzeichnis
views/scripts/ liegen. Insgesamt hat also das Template, das gerendert wird,
den Pfad application/views/scripts/index/index.phtml.
Wie oben beschrieben,
werden View-Scripts im Verzeichnis application/views/scripts/ abgelegt;
das View-Script für den Starseiten-Controller und dessen Standard-Aktion hat den Pfad
application/views/scripts/index/index.phtml. Da hinein kommt das folgende HTML:
<!DOCTYPE html
PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Strict//EN"
"http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-strict.dtd">
<html>
<head>
<meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=utf-8" />
<title>Meine erste Zend Framework-Seite</title>
</head>
<body>
<h1>Hallo Welt!</h1>
</body>
</html>
Standardmäßig ist das
Error-Handler-Plugin registriert. Dieses Plugin erwartet, dass ein Controller existiert,
der Fehler behandelt. Ohne weitere Einstellungen erwartet es einen ErrorController
im Default-Modul mit einer Methode namens errorAction:
<?php
/** Zend_Controller_Action */
require_once 'Zend/Controller/Action.php';
class ErrorController extends Zend_Controller_Action
{
public function errorAction()
{
}
}
In der bereits angesprochenen Ordnerstruktur gehört dieser Code in die Datei
application/controllers/ErrorController.php.
Außerdem muss auch ein View-Script
application/views/scripts/error/error.phtml erstellt werden; Beispielhaft
könnte sein Inhalt so aussehen:
<!DOCTYPE html
PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Strict//EN"
"http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-strict.dtd">
<html>
<head>
<meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=utf-8" />
<title>Fehler</title>
</head>
<body>
<h1>Ein Fehler ist aufgetreten</h1>
<p>Ein Fehler ist aufgetreten; bitte versuchen Sie es später noch einmal.</p>
</body>
</html>
Jetzt, wo der erste Controller und das erste View-Script geschrieben sind, kann der Browser
aufgerufen und die Seite angesehen werden. Wäre
example.com die Domain der Zend Framework-Installation, dann würde jeder der folgenden
URLs auf die Seite zeigen, die wir gerade erstellt haben:
http://example.com/http://example.com/indexhttp://example.com/index/index
Herzlichen Glückwunsch, Sie sind jetzt bereit, weitere Controller und Aktionsmethoden zu erstellen und Ihrer Seite damit Leben einzuhauchen.
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